Neue Informationen zum Oktoberfestanschlag von 1980

Die CSU war beteiligt

 Nun wurden neue Akten freigegeben, 31 Jahre nach dem Anschlag aufs Münchener Oktoberfest von 1980. Jetzt ist defintiv bewiesen: Der Täter, Gundolf Köhler, hatte engen Kontakt zu militanten Neonazis. Es handelte sich um die Gruppierung „Hochschulring Tübinger Studenten“ an Köhlers Studienort Tübingen.

 

Nach Angaben von ‚spiegel.de’ habe man Köhler dort eingeredet, er könne mit diesem Anschlag den damaligen Kanzlerkandidaten Franz-Josef Strauss zum Sieg erhelfen, indem man das Attentat den Linken in die Schuhe schiebt.

Die Bombe war eine Tötungsmaschinerie der allerersten Klasse. Man hatte einen Feuerlöscher aufgesägt, ihn mit Sprengstoff und Metall- Teilen gefüllt und einen einfachen ‚detonator’ (Zünder) angebracht. Offenbar hatte man Köhler gesagt, wenn er den Hebel umlegt, habe er noch 30 Sekunden oder 1 Minute, um zu verschwinden, aber in Wirklichkeit war jener Hebel bereits der Auslöser für den Zünder. Das ist ein bewährtes Mittel, keine Zeugen zu haben.

Ein einfacher Student ohne irgendwelchen speziellen Kenntnisse wie Köhler wäre nie in der Lage gewesen, eine solch ausgefeilte Bombe zu konstruieren – und wenn, hätte er natürlich nicht seinen eigenen Tod mit eingebaut, sondern hätte einen Zeitzünder angebracht, der ihm die Möglichkeit gibt, sich rechtzeitig zu entfernen.

Schon allein die Kenntnisse, die man braucht, um einen Zünder (Detonator) aufzutreiben und fachgerecht an einer Bombe anzubringen, wären dem schlichten Studenten Gundolf Köhler unmöglich zuzutrauen.

 Eigentlich wollte man das Attentat offenbar Linken in die Schuhe schieben, aber die Person Köhlers, der bereits kurz nach dem Anschlag als der Attentäter identifiziert war, liess dies nicht zu. Er war nämlich so intensiv in faschistischen Gruppierungen unterwegs gewesen, dass man ihn auf einem Foto auf der Titelseite eine der Publikationen der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ identifizierte – eine der militantesten faschistischen Gruppen zu jenem Zeitpunkt.

 So blieb den Ermittlungsbehörden von Franz–Josef Strauss nichts anderes übrig, als ihn als Einzeltäter darzustellen. Wenn Strauss diese Anweisung gegeben hat, dann muss auch das geschichtliche Bild dieses Politikers anhand der neuen Erkenntnisse verändert werden. Hat er die Anweisung gegeben, die faschistischen Hintergründe des Anschlags nicht zu verfolgen, sondern den Täter wahrheitswidrig als Einzeltäter darzustellen, so muss man ihm aktive Unterstützung des Faschismus zur Last legen, denn die faschistischen Hintermänner gingen so strafrei aus.

Die Vorstellung, der Münchener Flughafen könnte dann weiterhin Franz-Josef-Strauss-Flughafen heissen, ist dann unerträglich – dann könnte man ihn auch Franz-Joseph-Goebbels-Flughafen nennen. So haben denn die neuen Erkenntnisse doch Auswirkungen – auch wenn es wohl noch etwas dauern wird, bis wir jenen Flughafen in Kurt-Eisner-Flughafen umbenennen.

 Die wesentlichen Aussagen dieses Artikel beruhen auf neuen Erkenntnissen, die von ‚spiegel.de’ veröffentlicht wurden, siehe hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,793437,00.html

 Wichtig in diesem Zusammenhang ist ausserdem die Information, dass jene Tübinger Faschisten, die Köhler  zu dieser Gräueltat befähigt oder besser verführt hatten, in intensiven Beziehungen zu CSU-Repräsentanten standen. Auch diese Information muss zu einer Neu-Einschätzung der CSU als lediglich konservativer oder rechter Partei führen, denn intensive Zusammenarbeit mit Faschisten, speziell bei einem Massenmordanschlag, macht eine neue Einstufung der CSU als verdeckte faschistische Partei nötig.

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· Gelesen: 7487 · Heute: 3 · Letztmalig: 22. August 2016

3 Gedanken zu “Neue Informationen zum Oktoberfestanschlag von 1980

  1. In diesem Kontext nicht unerwähnenswert die Atten-
    tatsserien im Italien der 70er.Stichwort Bahnhof Bo-
    logna,um die 300 Tote.Die Nato-Geheimarmee Gl-
    adio und die Loge Propaganda Due(P2,prominen-
    testes Mitglied Silvio Berlusconi) inszenierten eine
    immense Reihe false flag operations um die Linke
    zu diskreditieren und den Bürgern ein erhöhtes Sic-
    herheitsbedürfnis zu suggerieren.Hintergrund war
    unter anderem eine centro/sinestra,Mitte/links-Regierung zwischen Aldo Moro und dem KP-Fü-
    rer Ernesto Berlinguer.Moro wurde daraufhin ent-
    führt und hingerichtet von der Brigate Rosse,Auf-
    traggeber für diese Exekution war allerdings der
    CIA-Geheimdienst.Interessant dürfte m.E. auch
    sein inwieweit die RAF vom Verfassungsschutz
    infiltriert war und gesteuert wurde.Das Know-How
    und die Logistik Ihrer Anschläge geben doch zu
    Denken,oder?Gruß Matthias

    • Ja, Mathias, das ist alles sehr wahrscheinlich, aber man hat keine hieb- und stichfesten Beweise, so wie die Dokumente des Spiegels nun eindeutig beweisen, wer in den Oktoberfestanschlag verwickelt war.

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