Kommt der ökologische Kollaps aus Brasilien?

Nehmen wir ihnen die Erde aus der Hand, bevor sie verbrannt!

Ausgerechnet in Rio werden sich vom 20. bis 22. Juni die Fachleute für Ökologie und Nachhaltigkeit auf einer UN-Konferenz treffen, die Rio 20+ genannt wird, denn sie findet genau 20 Jahre nach der ersten UN-Rio-Nachhaltigkeits-Konferenz statt, die damals als ein Aufbruch in ein Zeitalter begriffen wurde, in dem die Fragen der Rücksicht auf Ökologie, auf Umweltschutz, auf Nachhaltigkeit und auf eine Begrenzung der Klima-Gase zu den Grundlagen der Politik gehören würden. Was danach wirklich geschah, war genau das Gegenteil.

 

Die internationalen Grosskonzerne und –banken und die hinter ihnen stehenden Superreichen, die ihre Herrschaft über die ganze Erde bis in den letzten Winkel augebreitet haben, haben nicht die geringste Absicht, ihre bisherige Politik einzustellen oder auch nur zu verringern, die im wesentlichen von diesen Massnahmen beherrscht ist:  Verschwendung von Resourcen, ständig steigenden Produktion von Treibhausgasen,  absichtliche Erzeugung von unnötigem Müll unter Ablehnung der Kreislaufwirtschaft, immer kürzer werdenden Lebensdauer der technischen Ausrüstung,  Missachtung der natürlichen Umwelt, ungebremstes Wachstum, Kriege und Eroberungen, offene Ausübung ihrer Tyrannei, Konzentration auf die Finanz- statt auf die reale Welt und Benutzung von immer mehr natürlichen Ressourcen für ihre Profite. Für sie ist das Überleben der Menschheit kein Kriterium, sondern nur der kurzfrisrtige Profit.

Im Gegenteil, im Nachgang der Konferenz von Rio vor 20 Jahren hetzten sie ihre Medien auf jeden, der noch von Klimagasen und Erwärmung der Luft sprach. Sie haben es bis heute geschafft, dass ein wesentlicher Teil der interessierten Bevölkerung glaubt, die Idee des Klimawandels durch Treibhausgase sei die Erfindung von ein paar Spinnern.

So wurden denn auch alle Konferenzen nach dem Kyoto-Protokoll über eine Einigung zur Verringerung des Ausstosses von Treibhausgasen zu Fehlschlägen. Die US-Regierung tritt heute ganz offen und unverschämt gegen jegliche Restriktionen in dieser Hinsicht auf, ebenso wie die chinesische Regierung. Bis heute werden nicht einmal die sowieso zu geringen Vorgaben des Kyoto-Protokolles eingehalten.

Warum aber dieser Artikel mit „Ausgerechnet in Rio“ anfängt, ist die Tatsache, dass in Brasilien eben erst vom Parlament eine neue „Waldordnung“ verabschiedet wurde, die mit sehr geringen Einschränkungen die gesamten Regenwälder Brasiliens, vor allem also den Amazonas-Regenwald, zur Abholzung und zum Abbrennen freigibt.

Zwar wurde die Präsidentin Dilma Roussef aufgefordert, ihr Vetorecht gegen dieses Gesetz zu benutzen, aber was sie dann mit ihrem Veto belegte, sind nur einige nebensächliche Punkte im Gesetz. Dazu kommt, jegliches Veto der brasilianischen Präsidentin kann im Parlament mit der Mehrheit der Oligarchie-Abgeordneten zu Fall gebracht werden – und die brasilianische Oligarchie hat eine feste und bei weitem ausreichende Mehrheit im Parlament.

Die brasilianische Scheindemokratie ist ähnlich wie die US-amerikanische aufgebaut: Der Präsident kann keine festen Gesetze erlassen, sondern nur Notverordnungen, während das Parlament jegliches Gesetz ohne Zustimmung des Präsidenten erlassen kann. Der Präsident hat zwar Veto-Recht, das kann aber vom Parlament überstimmt werden. Die Notverordnungen haben nur begrenzte Gültigkeitsdauer und werden danach dem Parlament zur Annahme oder Ablehnung vorgelegt.

Auf diese Art und Weise hat die brasilianische Oligarchie in Wirklichkeit die diktatorische Regierungsgewalt, während es im Prinzip unerheblich ist, wer gerade Präsident(in) ist.

Die brasilianische Oligarchie ist aber im wesentlichen identisch mit jenen Grossgrundbesitzern und Mega-Farmern, die ein Interesse daran haben, dem Urwald neue Gebiete zu entreissen, um Rinder zu züchten, Soja anzubauen oder andere Umweltverbrechen zu begehen.

Diese gleiche brasilianische Oligarchie wird aber eben traditionell in den weiten ruralen Gebieten Brasiliens ins Parlament gewählt, die eine weit geringere Stimmenzahl für ein Mandat brauchen als die städtischen Regionen.

Kurz: In Brasilien ist der Bock der Gärtner und wird innerhalb der nächsten zwei, drei Jahrzehnten mit dem gesamten Amazonasurwald Schluss machen.

Dabei ist es nicht nötig, jeden einzelnen Baum abzuhacken bzw. zu verbrennen. Ist das Gebiet des Amazonasurwaldes erst einmal zu einem Flickenteppich von unzusammenhängenden Waldgebieten reduziert, so wird die verbliebene Masse von Pflanzen nicht mehr genug Wasser verdampfen, um den Regen des Regenwaldes zu erzeugen. Ab diesem Moment wird das Klima im gesamten Gebiet umschlagen und den Rest der Pflanzen austrocknen. Das Ergebnis werden Steppen und Wüsten sein.

Damit aber wird eine der wesentlichen Quellen des weltweiten Klimaausgleichs verschwunden sein und die Extremereignisse im Klima werden weltweit rasant zunehmen, also Torrentregenfälle, Dauerregen, Überschwemmungen, Stürme, Hurricanes, Tornados, extreme Hitze, extreme Kälte, extreme Trockenperioden usw. usw.

Das bedeutet nicht direkt das Ende der Menschheit, wird aber für ganze Völkerschaften ein Überleben unmöglich machen. Wenn die sich dann in Bewegung setzen, um Gebiete zu erreichen, in denen sich noch überleben lässt, kann man sich die Kriege vorstellen, die dann unvermeidlich sind.

Übrigens hat eine Gruppe von insgesamt 22 führenden Biologen, Ökologen, Geologen und Paläontologen aus drei Kontinenten rechtzeitig zur Rio-Konferenz eine Studie zusammengestellt, in der unabhängig von der Frage des Überlebens des Amazonas-Regenwaldes ein ökologischer Kollaps innerhalb des kommenden Jahrzehnts, also etwa um 2025 herum, vorhergesagt wird, wenn nicht schnelle und radikale Massnahmen vorgenommen werden.

Dieser Kollaps werde ausgelöst, sobald 50 bis 90 Prozent der kleineren Ökosysteme in ihrer bisherigen Form zerstört sind und damit der Ausgleich aufheben, den bisher die etwa 50% der eisfreien Erdoberfläche geleistet hat, die nicht genutzt wird. Da spielt natürlich auch die Frage der Regenwälder mit hinein.

In beiden Fällen werden die grundlegenden Gesetze der Natur wirksam werden. Die Natur kennt nämlich keine langsamen Übergänge von einer in eine nächste, verschiedene Welt. Es häufen sich vielmehr die Komponenten der zukünftigen Zustände immer mehr an, bis in einem schnellen, gewaltsamen Akt die alten Zustände untergehen und die neuen Zustände auftauchen. Die Quantität sammelt sich so lange an, bis sie in einem kurzen Zeiraum in Qualität umschlägt.

Es kann kein Zweifel bestehen: Diese neuen Zustände, seinen sie hauptsächlich durch Brasilien verursacht oder auch durch die ganze Menscheit, werden nicht mehr so vielen Menschen Überlebensschancen geben.

Man kann sagen, sie werden ein Ende der Menschheit, wie wir sie kennen, hervorrufen.

Darum muss man unterstreichen: Nehmen wir ihnen die Erde aus der Hand, bevor sie verbrannt!

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Ein Gedanke zu “Kommt der ökologische Kollaps aus Brasilien?

  1. Das Ende der Menschheit wäre für den Planeten sicherlich nicht das schlechteste. Warum halten wir uns für die Lebewesen, die alles überdauern. Andere sind auch ausgestorben… na und?

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