Wieso hat Rest-Europa keine Schwierigkeiten?

Nur die Euro-Staaten (und England) sind betroffen

Eine Frage, die wir schon lange hätten stellen müssen: Jene europäischen Staaten, die ausserhalb des Euro geblieben sind, haben nicht annähernd solche Probleme wie die Euro-Staaten, die ja gewissermassen bereits auf den letzten Löchern blasen. Warum? Was ist so vermaledeit an diesem Euro, dass man nur mit ihm in Berührung gekommen sein muss – und schon hat das Land Probleme.

Die berühmten PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) haben die eine Art von Problemen, sie sind die Verlierer des Euro, sie verspielen mehr und mehr ihre internationale Kreditwürdigkeit und werden wohl am Ende in einer Art von „underdog-Status“ dahinvegetieren, wenn nicht noch ein vernünftiger Ausweg für sie gefunden wird.

Die anderen Euro-Staaten, allen voran Deutschland und Frankreich, aber auch die Niederlande, Belgien, Slowakei, Slowenien, Luxemburg, Österreich, Finnland, Malta und Zypern haben schwere Probleme. Sie müssen nämlich damit rechnen, all diese Schulden bezahlen zu müssen, da das schlichte ‚bankrott-gehen’ eines Landes wegen des Euro nicht möglich ist.

Was ist aber nun mit den anderen Ländern? Zu reden ist hier z. B. über Rumänien, Bulgarien, Montenegro, Tschechien, Serbien, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Mazedonien.

Hören Sie sich mal das folgende an, das diesem Artikel im Blog „politplatschquatsch“ entnommen ist:

“… Polen …. kennt keine Krise, kein Bibbern um Rettungsgelder, kein Sich-selbst-als-Geisel-nehmen“

„ … wie könnte es sonst sein, dass Nicht-Euro-Staaten wie Bulgarien, Rumänien, Polen, Tschechien und Albanien in den letzten zehn Jahren trotz Bankenkrise und Staatsschuldendesaster eine beeindruckende wirtschaftliche Aufholjagd zeigten? In Albanien versechsfachte sich das Bruttoinlandprodukt von 1999 bis 2010, die Arbeitslosigkeit sank von mehr als 25 auf nunmehr 14 Prozent.“

„der Vergleich der Staatsverschuldung von Euro- und Nichteuro-Ländern Europas beeindruckt. An der Spitze der Liste liegen 15 Staaten, die den Euro eingeführt haben. Dann erst folgt mit Albanien das erste Nicht-Euro-Land. Doch während sämtliche Euroländer ihre Verschuldung zwischen 2000 und 2010 um bis zur Hälfte hochgefahren haben, stagniert die albanische Verschuldung bei etwa 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.“

„Serbien …, ehemals der ‚failed state’ Europas, startete 2000 mit einer Staatsverschuldung von 241 Prozent des BIP und musste ohne Euro und Milliardenhilfen auskommen. Heute steht das Land, … , bei einer Verschuldung von nicht einmal 50 Prozent des BIP.“

 „Auch Mazedonien, …, zeigt erstaunlicherweise eine Entwicklung, die der des südlichen Nachbarn [ Griechenland ] diametral entgegengesetzt ist. Zwischen 2000 und 2010 gelang eine Halbierung des Staatsdefizits, der Staatshaushalt wies zuletzt ein Defizit von 2,5 Prozent auf – verglichen mit 8,8 Prozent, die Griechenland sich leistete.“

„Trotz des Euro? Oder seinetwegen? Können Mazedonier etwas, das Makedonier zehn Kilometer weiter nicht können? Was unterscheidet den Landstrich nördlich vom Landstrich südlich? Was bringt die einen, deren BIP zweieinhalb Mal höher liegt, dazu, unter nahezu denselben Bedingungen nicht nur zweieinhalb mal mehr Geld auszugeben, sondern sogar mehr als zehnmal so viel? Weshalb klagt die Türkei nicht über ausbleibende Touristen, wie es Griechenland tut? Oder kurz gesagt: Ist nicht vielleicht die Währung selbst Auslöser ...“

Die Frage ist wirklich gut gestellt.

Das Zusammenwerfen von 15 Ländern in eine Währung, welche keinerlei Unterscheidungen mehr zuliess zwischen Ländern, die eine überquellende erfolgreiche Industrie haben und solchen, die eher auf der Linie eines Ferienlandes oder eines Ferienhauslandes schwimmen, ist nun dabei, verheerende Folgen zu verbreiten, wobei die Länder gar nichts dafür können. Nur die Tatsache, dass sie in eine gemeinsame Währung gesteckt wurden, hat ihnen all die Probleme bereitet, sei es einerseits das Problem des „schwachen“ Landes, das nun daran gehindert wird, in den Staatsbankrott zu gehen, wie es schon hunderte von Ländern vorher getan haben (einschliesslich Deutschland zweimal im letzten Jahrhundert), sei es das Problem des „starken“ Landes das nun wesentliche Teile der Schulden bezahlen soll, die es nie gemacht hat.

Anstatt die Fehlentwicklung einzusehen und den Fehler zu korrigieren, wird die Beibehaltung des Euros zu einer Religion erhoben, der alle Länder unterworfen werden.

Frau Merkel ging so weit zu behaupten, ohne den Euro würden die europäischen Länder wiederum Krieg gegeneinander führen.

Was meinen Sie , lieber Leser?

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· Gelesen: 5166 · Heute: 4 · Letztmalig: 21. Mai 2013

5 Gedanken zu “Wieso hat Rest-Europa keine Schwierigkeiten?

  1. Island bitte nicht vergessen! Die haben den Terrorbankern in den Arsch getreten und inzwischen sogar den Bürgern ihre Hypothekenschulden erlassen!

    Island zeigte Merkel die rote Karte und alle haben sie geschrieen. Heute sind sie ein Vorbildstaat des Aufschwungs, dank der Auswechslung von Merkel!

    “Frau Merkel ging so weit zu behaupten, ohne den Euro würden die europäischen Länder wiederum Krieg gegeneinander führen.

    Was meinen Sie , lieber Leser?”

    Eine Kriegsandrohung! Doch deutsche Panzer nach Island zu bringen, geht nicht auf dem Landweg!

  2. „Es gibt in der Volkswirtschaft keinen Grund, was eine allgemeine Krise und damit Arbeitslose zur Notwendigkeit macht. Es gibt nie eine allgemeine Überproduktion, solange das Geld der Verbraucher bis zum Wochen- oder Monatsende reicht für noch notwendige Käufe. Jeder Verbraucher ist doch, seit eh und je, Teil des Absatzmarktes in seiner Volkswirtschaft, ist doch „Arbeitsplatz“ in der gleichen Größe wie sein Verbrauch, sein „Absatzmarkt“. Aber zwischen „Arbeitsplatz“ (Hände die arbeiten) und den Verbrauch („Absatzmarkt“, Hände die kaufen) hat sich in unsere tausendfältige Arbeitsteilung etwas geschoben, das nur allzu selbstverständlich hingenommen wird – Geld. Studieren wir doch diese uralte Erfindung genauer, zumal in unserem heutigen System. Viele unserer heute so rätselhaften Faktoren werden sich aufhellen, werden immer klarer vor uns liegen.“

    Silvio Gesell (aus „Die Ausbeutung, ihre Ursachen und ihre Bekämpfung“, 1922)

    Unfreiwillige Arbeitslosigkeit entsteht – wie alle Zivilisationsprobleme – monokausal und zwangsläufig aus einer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung und der daraus resultierenden, systemischen Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz. Das die freie Marktwirtschaft immer wieder zerstörende Gegenprinzip des Privatkapitalismus (der so genannte „Kommunismus“ ist nichts anderes als Staatskapitalismus) spaltet die Gesellschaft – von einem Krieg bis zum nächsten und dazwischen mit exponentiell steigender Tendenz – in eine immer reichere Minderheit von Zinsgewinnern und eine immer ärmere Mehrheit von Zinsverlierern. Während die vielen Zinsverlierer zwar mehr und vor allem hochwertigere Konsumgüter nachfragen wollen aber nicht können, weil ihnen dazu die Kaufkraft fehlt, konzentriert sich die Kaufkraft bei den wenigen Zinsgewinnern, die nachfragen können aber nicht wollen, weil ihr Bedarf bereits gedeckt ist (ein Milliardär kann auch nur eine elektrische Zahnbürste benutzen). Die daraus entstehende Nachfragelücke führt in Volkswirtschaften, die nicht länger quantitativ wachsen können (exponentielles Wachstum ist auf Dauer unmöglich) zu Überrationalisierung und Massenarbeitslosigkeit.

    In früheren Zeiten wusste noch niemand, wie die Geld- und Bodenordnung zu gestalten ist, um absolute Gerechtigkeit (gerechte Güterverteilung nach Leistung) durch absolute Marktgerechtigkeit herzustellen. Also wurde der Privatkapitalismus durch eine gezielte Programmierung des kollektiv Unbewussten aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes ausgeblendet, damit das, was wir heute „moderne Zivilisation“ nennen, überhaupt entstehen konnte. Das war (und ist noch) der einzige Zweck der Religion, die vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode (Cargo-Kult um die Heilige Schrift) mutierte und uns alle zu Untertanen machte, die ihr eigenes Programm nicht kennen:

  3. Wahrscheinlich meinte Merkel mit dem Satz, dass sie gezwungen wäre andere EU Staaten militärisch anzugreifen, da es ohne den € keine andere Möglichkeit zur Verskalvung gebe.

  4. Ich war gerade in Albanien – Rundreise Mitte/Süden und dort ist es noch besser als im Norden, lt. albanischen Reiseführer, wo noch ärmlichere Lebensverhältnisse herrschen. Wirtschaftliche Aufholjagd? Es wird vor allem gebaut. Hotels en masse. Immobilienblase? Sicherlich. Viele Bauten stehen als Rohbauten dar, ohne dass jemand weiterbauen könnte. Bei der fehlenden Infrastruktur (Straßen, Müllabfuhr, richtige Restaurants, da zu 99,9% nur Fast Food) ist es nicht klar, wer in den vielen Hotels je seinen Urlaub verbringen wollte oder auch nur dorthin käme. Straßen? Eine einzige Katastrophe. Auf den meisten kann man nur mit 30 km/h fahren. Es sind z.B. mehr Hotels da, wie Strand. Industrie? Fast Fehlanzeige, außer ein paar kleinen unbedeutenden Unternehmen. Landwirtschaft? Vor allem Selbstversorgung. Albanien setzt vor allem auf schnelles Geld ohne Nachhaltigkeit und alles geht mehr oder weniger an dem Gros der Bevölkerung vorbei. Die anderen Länder habe ich nicht besucht, aber sehr viel besser wird es nicht sein, wenn man z.B. die Nachrichten aus Estland hört. Die Krise der Eurozone bleibt nicht auf diese beschränkt, weil alle anderen in Europa von ihr abhängig ist. Ich habe mich mit dem albanischen Reiseführer unterhalten, der als Universitätsprofessor 3 Stellen hat, um zu überleben. Er meinte, als wir auf die Eurokrise zu sprechen kamen, dass es den Albanern nicht noch schlechter gehen könnte. Sie wären schon am unteren Rand.

  5. Ich meine das die Gier, vor allem die Gier nach Macht und Geld weniger unseren Planeten leider schon so stark beschädigt hat, das die Konsequenzen aus diesem Verhalten nichts Gutes für uns und die künftigen Generationen erwarten lassen.
    Daher lasst uns die wenige Zeit die uns allen noch bleibt um diese Konsequenzen eventuell noch zu minimieren dazu nutzen, wenigstens zu versuchen die Schäden die wir alle gemeinsam an dieser wunderschönen Welt verursacht haben so gut es eben möglich ist zu beseitigen und uns auf den einzigen wahren Werte des Menschseins rückzubesinnen: Die Liebe und daraus resultierend das Gefühl der Verbundenheit mit allem und die Lebensfreude und daraus folgend endlich die Verantwortung für alle eigenen Handlungen zu übernehmen und in Einklang mit diesen Werten zu denken, fühlen, reden und ganz ganz wichtig auch danach zu handeln.
    Dann kann vielleicht das so dringend nötige Wunder geschehen, das die Mesnchheit in eine schöne Zukunft führen wird. Ich träum jetzt mal weiter damit sich die Chancen erhöhen das mein Wunsch für uns alle zur Wirklichkeit wird.
    Marina

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