Wenn sie pensioniert werden, dürfen sie zum ersten Mal die Wahrheit sagen
«Eine freie Presse gibt es im gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte nicht»
John Swinton, der Altmeister des New Yorker Pressecorps, hielt anlässlich seiner Pensionierung die folgende Rede:
«Eine freie Presse gibt es nicht zum gegenwärtigen Zeitpunkt der Weltgeschichte. Sie wissen das, und ich weiss es. Nicht ein einziger unter Ihnen würde es wagen, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn Sie es täten, wüssten Sie im voraus, dass es nie im Druck erscheinen würde. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, meine ehrlichen Auffassungen aus der Zeitung draussen zu halten, mit der ich verbunden bin. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Saläre für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so töricht wäre, ehrliche Überzeugungen zu schreiben, wäre auf der Strasse, um sich nach einem anderen Job umzusehen. Wenn ich zulassen würde, dass meine ehrlichen Meinungen in einer Ausgabe meiner Zeitungen erscheint, ginge es keine 24 Stunden und meine Berufstätigkeit wäre vorbei. Das Geschäft des Journalisten ist es, die Wahrheit zu zerstören, rundheraus zu lügen, zu verdrehen, zu verleumden, zu Füssen des Mammons zu kriechen und sein Land und sein Geschlecht für sein tägliches Brot zu verkaufen. Sie wissen es, und ich weiss es. Und was für eine Dummheit ist dieses Anstossen auf eine freie Presse? Wir sind die Hampelmänner, die tanzen, wenn sie an den Fäden ziehen. Unsere Fähigkeiten, unsere Möglichkeiten und unsere Leben sind alle das Eigentum anderer Leute. Wir sind intellektuelle Prostituierte.»
Und fügte in sephardisch hinzu: „Ich verstehe, dass Sie essen müssen wie wir alle und deshalb Ihren Mund halten müssen. Sie sind Jude und ich auch.“
Dieses Zitat wurde dem Austria-Blog “eu-austritt“ entnommen, hier .
Die Aussage von Swinton ist von 1880.
Ich entdeckte das auch erst heute:
http://www.flegel-g.de/pressefreiheit.html
Trotzdem ist der Artikel aktuell von Zeit-Fragen, wie in meinem Blog angezeigt.
Die Presse ist heute genauso wenig frei, wie damals. Sie ist eher in den Händen der Transatlantiker, der Finanzindustrie oder treffender: der Zinseszinsindustrie.
Enttäuschend finde ich, dass weder hier, noch im verlinkten “Originaltext” darauf hingewiesen wird, dass diese Rede bereits über 100 Jahre alt ist.
Also das wusste ich nicht. Jene Site erweckt den Eindruck, als sei das eine aktuelle Rede, vor allem, weil die Rede ja im gleichen Stil weitergeschrieben wird, dort wo die Libyen-Storie anfängt. Das grenzt schon an Betrug. Aber doch interessant, wie aktuell die Rede ist. Gebessert hat sich seit damals jedenfalls nichts.