Italien, Italien und noch einmal Italien

Wer killt den Euro?

Bereits wiederholt, und das seit Jahren, hat der Bürgerjournalist darauf hingewiesen: Die ganzen Rettungsmassnahmen der Euro-Zone für die Banken und für neue Schulden für bereits zu hoch verschuldete Länder werden den Euro nicht retten können, denn am Ende kommt mit Italien ein Kandidat auf „Rettung“, der nicht gerettet werden kann, weil niemand so viel Geld hat.

 

Sehen Sie, was der Bürgerjournalist bereits vor eineinhalb Jahren im Artikel „Hilfen für überschuldete Euro-Länder, Teil 4, Italien und Spanien“ vom 25. Januar 2011 geschrieben hat:

„… Italien ist mit einem Wachstum von 0,8% in den ersten zehn Monaten 2010 in einer Stagnation auf niedrigem Niveau, denn das ist ja gegenüber dem Krisenjahr 2009!

Irgendeine reale Aussicht, zu schnellem wirtschaftlichem Wachstum zu finden und dann auch locker diese Schulden begleichen zu können, gibt es nicht. Mit anderen Worten: Italien wird über kurz oder lang die Zahlungsunfähigkeit anmelden müssen, sei es mit einem zusätzlichen Kredit aus dem Euro-Rettungsschirm vorher oder nicht.

Die Beispiele Griechenland und Irland zeigen, die „Schirm“-Gelder helfen nicht im geringsten dagegen.

Auf dieses gleiche Urteil kommt man auch, wenn man die Zahl ansieht, die besonders gut über die Zukunft Auskunft gibt, das ist der Schulden-Dienst in Prozent der Steuer-Einnahmen. Und da sieht es bei Italien besonders düster aus. Mit 55,9% hat Italien den bei weiten höchsten Wert in der Euro-Zone, sogar noch ein wenig höher als Griechenland. Das bedeutet nichts anderes als: Der gesamte italienische Staatshaushalt 2011 ist bereits zu Beginn des Jahres mit fast 56% ausgegeben, er wird nämlich in die Bezahlung der Schulden und ihrer Zinsen gehen. Irgendwelche haushaltspolitischen Freiräume hat man dann nicht mehr.

Damit besteht auch die Möglichkeit nicht mehr, die Wirtschaft mit massiven Investitionen in Schwung zu bringen und wieder in ein Wachstum zu steuern. Wenn man nur noch 44% der Steuereinnahmen zur Verfügung hat, kann man nur noch das Allernotwendigste an Staatsausgaben finanzieren.(…)

 Wenn aber dann noch Italien dazu kommt, so gibt es keinen Euro mehr, der dem standhält. Italien hat mit etwa 60 Millionen Einwohnern fast die gleiche Grösse wie Frankreich und ist zwei-einhalb mal so gross (in Bevölkerung) wie Griechenland, Irland und Portugal zusammen.

Ein „Rettungsschirm“ für Italien oder gar ein von der EU garantierter Schuldenschnitt, wie man ihn jetzt mit Griechenland vorhat, ist objektiv undenkbar. Niemand, wirklich niemand, hat so viel Geld, um das tragen zu können.“

Auch später wurde noch mehrmals die ausschlaggebende Gefahr angesprochen, die eine „Umschuldung“ Italiens für den Euro bedeuten würde. Im Grunde wissen das auch Europas Politiker, allen voran Schäuble und seine Handpuppe Merkel, aber man muss ja davon ablenken, dass man in Wirklichkeit nur die Gelder an die Superreichen umverteilen will und und wird dann Entsetzen heucheln, wenn der Euro wirklich den Bach hinunter gegangen sein wird.

Dass man nun den Hauptfehler wiederholt, den man bei Griechenland gemacht hat, einem bereits hochverschuldeten Land noch weitere Schulden zu gewähren, sprich „aufzudrängen“, diesmal im Falle Spaniens, macht deutlich: Die Worte und die Taten gehen immer weiter auseinander.

Was gestern an neuen Nachrichten aus Italien kam, bestätigt genau, was vor eineinhalb Jahren bereits klar war: Die Industrieproduktion und das Brutto-Inlands-produkt sind auf dem Weg abwärts, die „sueddeutsche.de“ nennt dies in ihrem Artikel von heute sogar eine „dramatische Bruchlandung der kränkelnden Industrie“.

Sie berichtet: „ … damit verliert Italiens Wirtschaft zum dritten Quartal in Folge an Boden. Und der Abstieg beschleunigt sich: Der jüngste Einbruch ist so drastisch wie seit drei Jahren nicht mehr. Im ersten Quartal 2009 hatte das Minus bei 3,5 Prozent gelegen. (…)

Besonders dramatisch ist der Einbruch bei der Industrieproduktion in der drittgrößten Volkswirtschaft in der Eurozone. Sie ist im April auf saisonbereinigter Basis gegenüber dem Vormonat um 1,9 Prozent gesunken, deutlich stärker als erwartet. Gegenüber April 2011 brach die Produktion um 9,2 Prozent ein. (…)

Italien ist eines der am höchsten verschuldeten Länder der Welt und leidet seit Jahren an einer chronischen Wachstumsschwäche.(…)

Nach Berechnungen des britischen ‘Economist’ ist die Wirtschaft Italiens in den Jahren 2001 bis 2010 pro Kopf gerechnet real gesunken – nur in zwei anderen untersuchten Ländern war das genauso: Haiti und Simbabwe.“

Wenn Frau Lagarde, bekannt für ihre zugespitzten Aussagen, am gleichen Tag (gestern) sagt, sie gebe den Politikern nur noch drei Monate zur Lösung der Euro-Krise, so trägt das natürlich auch nicht zur Beruhigung bei.

Die „Märkte“, sprich die Superreichen, zu denen alles Geld fliesst, reagierten denn auch schon gestern: Die Zinsen, die Spanien für „neues Geld“ zahlen muss am Markt, stiegen bereits im Laufe des Tages wieder über 6% und auch Italien muss bereits wieder mehr als 6% Zinsen anbieten, um Staatspapiere loszuwerden, deren Geld zum Bezahlen fälliger Anleihen gebraucht wird.

Da  ist die Vorhersage von drei Monaten gar nicht so weit hergeholt. Aber vielleicht hält die Sache gar nicht mehr so lange, denn am Wochenende sind Wahlen in Griechenland.

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