Arbeitslager

Was Target2 bedeuten wird

Soeben hat die Deutsche Bundesbank ihren Monatsbericht Juni herausgebracht, in dem u.a. die Daten der Bilanz der Bundesbank zum Mai 2012 enthalten sind. Diese Bilanz ist absurd aufgebläht. Der Hauptgrund ist das System Target2, das bereits mehrfach hier im Blog angesprochen wurde. Im Mai 2012 stieg die Bilanzsumme der BUBA (Bundesbank) um +55,632 Mrd. Euro auf 1086,971 Mrd. Euro, nach 1031,334 Mrd. Euro im Vormonat und nach 611,282 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Dabei ist im Mai  der Anteil der Target2-Mittel auf 698,567 Mrd. Euro gewachsen. Das sind 69,7% der gesamten Vermögens der BUBA. Im Vergleich dazu waren es im April noch 64,2% und im Mai 2011 52,9%. 

 

Hier die bisherigen spezifischen Artikel zu Target2 im Blog:

Target2 – Wahnsinn ist ein zu schwaches Wort

Wieviel Euro nötig wären,...“

Noch einmal Target2

Nie war die Lage dramatischer“  

Im Klartext: Das scheinbare Vermögen der BUBA ist in weiten Teilen auf das Target2-System zurückzuführen und in absurder Weise aufgebläht. Das wäre natürlich eine gute Nachricht, wenn dieses scheinbare Vermögen einen tatsächlichen Wert darstellen würde, aber in Wirklichkeit sind das Gelder, welche die Staaten der Südperipherie des Euro von der Europäischen Zentralbank (EZB) abgerufen haben, um ihre Schulden decken zu können. Die EZB gibt jedes Mal, wenn solche Gelder von den jeweiligen Staatsbanken Griechenlands, Portugals, Spaniens oder Italiens „abgehoben“ werden, diese Schulden an die leistungsfähigen Euro-Länder weiter, den jeweils grössten Teil an die BUBA. Das wird so dargestellt, als seien das „normale“ Schulden, die im Laufe der Zeit von diesen Ländern bzw. deren Zentralbanken „abgestottert“ würden, sobals die kleine und so unwichtige Euro-Krise ausgestanden ist.

Schön wärs! Die Euro-Krise wir genährt von „den Märkten“, d.h. auf Deutsch: Von den Superreichen, die hinter den Banken und Konzernen stehen. Diese haben ungehäure Vermögen, gegen die 1 Billion Euro ein Klacks sind. Mit der Macht, die ihnen dieses Geld gibt, werden sie gegen den Euro wetten, so lange es nötig ist, mit anderen Worten, bis er fällt. Die ganze Euro-Zone hat nicht annähernd so viel Geld, um dagegen anzukommen. Nach den Schätzungen hierüber sind es etwa 3 Billionen Euro, die den Grenzwert darstellen, eventuell auch 4 Billionen Euro.

Diese Gelder werden im Versuch, diese „Märkte“ im Zaum zu halten, verbraten werden und irgendwannn wird Schluss sein, wenn wirklich niemand mehr gegen die Zocker ankommt. Dann wird die Stunde des Euro geschlagen haben und alle diese Werte, die Target2 darstellen, werden von einem auf den anderen Tag ohne jede Sicherheit zu reinen Luftbuchungen werden.

Mit anderen Worten: Die BUBA bekommt da scheinbare Vermögenswerte gutgeschrieben, für die echtes Geld an diese Länder bzw. ihre Zentralbanken fliesst, nur gibt es dafür keine Sicherheiten. Das „Geld“ wird also an jenem Tag des Crash des Euro verloren sein.

Im Endeffekt werden wir, unsere Kinder, unsere Kindeskinder und deren Kinder und deren Kinder diese Werte in Arbeitslagern abzustottern haben. In Wirklichkeit werden wir, unsere Kinder, die Kindeskinder usw. selbstverständlich diese Schulden nicht abarbeiten, sondern stattdessen die sozialistische Revolution machen und jene Superreichen in Arbeitslager stecken, statt ihnen all diese Gelder zuzuschustern. Wer sich ausführlicher um die Frage der Target2-Werte informieren will, hier ist ein eindrücklicher Artikel, der allerdings vergisst zu sagen, was man denn dagegen tun kann.

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· Gelesen: 4137 · Heute: 4 · Letztmalig: 18. Mai 2013

Ein Gedanke zu “Arbeitslager

  1. In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung gilt stets:

    Geldvermögen = Kredite + M1 – (über Fristentransformation verliehener Anteil von M1)

    Für die Allermeisten (insbesondere für Politiker) ist das noch zu kompliziert, sodass wir, ohne einen größeren Fehler zu machen, auch vereinfachend schreiben können:

    Geldvermögen = Kredite

    Weil, solange Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit Wertaufbewahrungsfunktion) verwendet wird, Geldersparnisse nur gegen eine Liquiditätsverzichtsprämie verliehen werden, steigen die Geldvermögen (GV) nach n Jahren und stets auf Kosten der Mehrarbeit anderer auf den Wert

    GVn = GV0 x 1,045^n.

    Was das für die Kredite = Schulden bedeutet, sollte klar sein, bleibt aber für die Allermeisten (insbesondere für Politiker) unverständlich; ebenso die Antwort auf die Frage, wo jetzt hier der Fehler zu finden und wie er zu korrigieren ist.

    Sollen wir etwa den lieben Sparern zumuten, ihre geliebten Geldersparnisse ohne Liquiditätsverzichtsprämie zu verleihen, und damit den “großen Investoren” ihre Lieblingsbeschäftigung vermasseln, auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu existieren? Das kommt “selbstverständlich” gar nicht in Frage, also nehmen wir lieber den Weltuntergang in Kauf: http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

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