FUNKTIONIERT NICHT MEHR

Warum krampfhaft an etwas festhalten, das nicht mehr funktioniert?

In Italien hat sich die Idee, doch einfach aus dem Euro auszusteigen und wieder eine Lire einzuführen, die man dann abwerten könne und damit die Exporte Italiens wieder antreiben könnte, offenbar in der Politischen Diskussion festgesetzt. Der als technokratische Ministerpräsident eingesetzte (und nicht gewählte!) Monti scheint an Ansehen einzubüssen und die Stimmen der Opposition und des vorherigen Ministerpräsidenten Berlusconi scheinen an Durchschlagskraft zu gewinnen.

 

Italien ist in einen Strudel der Wirtschaftskrise geraten, der die Grundfesten des Staates zu bedrohen scheint. Daher haben sich bereits mehrere bedeutende Politiker für die Möglichkeit ausgesprochen, einen Ausstieg aus dem Euro ins Auge zu fassen.

Die Staatsschulden Italiens haben bereits einen kritischen Wert von über 2 Billionen Euro erreicht. Das ist bei weitem die grösste Staatsverschuldung nicht nur im Euro-Raum, sondern auch in der EU. Antonio Martino, ein ehemaliger Finanzminister Italiens, hat Italien bereits zu einem Rückzug aus der Euro-Union aufgerufen.

Im Blog „wirtschaftsfacts.de“ wird u.a. berichtet, hier:

„Auch der frühere Premierminister Silvio Berlusconi sieht die Malaise um den Euro relativ pragmatisch und ganz in der Manier eines Unternehmers, wenn er öffentlich die Frage stellt, warum jemand an etwas festhalten solle, was ganz offensichtlich nicht mehr funktioniert? Dass damit der Euro gemeint ist, steht außer Frage. Berlusconis Partei PdL wird Mitte Juli ein Forum abhalten, zu dem auch eine ganze Reihe von Wirtschaftsnobelpreisträgern eingeladen ist. Im Rahmen dieses Forums wird es um die Frage gehen, ob Italien wieder zur Lira zurückkehren soll, um an Wettbewerbsfähigkeit zu gewinnen.“

Die Rezession, so heisst es (das ist die verniedlichende Form des Wortes Wirtschaftskrise), werde die Staatsverschuldung von heute 123% des Brutto-Inlandsprodukts bis 2014 auf  137% anschwellen lassen. Das könne mit einem Ausstieg aus dem Euro verhindert werden. Eine solche Staatsverschuldung wäre das Ende der Fahnenstange. Darum, so wird berichtet, gibt es heute im italienischen Parlament bereits quer durch die Fraktionen eine Bewegung der Abgeordneten hin zu einem Austritt aus dem Euro.

Es ist im Moment noch nicht abzuschätzen, ob dies zu einer mehrheitlichen Entscheidung führen könnte. Aber die Richtung ist bereits deutlich erkennbar.

Sollte Italien für einen Ausstieg aus dem Euro einreten, wäre die momentan von Schäuble und seiner Handpuppe Merkel vertretene Richtung des „Der Euro ist alles!“ nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Drohungen, mit denen die „europäische Zentralregierung“ in Brüssel versucht, alle Länder des Euro bei der Stange zu halten, könnten speziell für Italien keine wirklich bedrohende Aussage mehr haben, wenn die Wirtschaftskrise sich so schnell vertieft, wie es im Moment aussieht.

 Und dies, falls der Euro es überhaupt bis dahin schafft.

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· Gelesen: 1316 · Heute: 2 · Letztmalig: 22. Mai 2013

3 Gedanken zu “FUNKTIONIERT NICHT MEHR

  1. warum weiß man das nicht?

    es wird einfach umgerechnet. 1 Euro sind X Lire und gut.

    wenn man das schon nicht schnallt, sollte man evt. noch mal zur Schule gehen. Einfachere Dinge gibt es wohl kaum.

    als der Euro kam, hat man doch auch nicht zaubern müssen. Damit er geht auch nicht. ist nur schlecht für Deutschland, wenn Italien sich abwertet und uns konkurrenz macht

  2. Mir ist überhaupt nicht klar, was passiert, wenn ein EU-Land auf eigene Währung umstellt. Bleiben die Euro-Schulden bestehen? Werden Zinsen gezahlt? Was passiert mit den Pensions-Rentenfonds und Euro Ersparnissen? Versicherungsleistungen (Sozialversicherungen)?
    Werden meine Euros im In- und Ausland zwangsumgetauscht?
    Ich behaupte mal, der Tausch xx-Währung nach Euro war wesentlich einfacher als umgekehrt. Die neuen Währungen laufen Gefahr, sehr schnell in eine Inflationspirale hineinzulaufen, damit wäre am Ende nichts gewonnen.

    • Hallo Kalaptikus,

      die ach wie so weisen Politiker überall in der Euro-Zone wissen das genauso wenig wie sie. Zwar soll es geheime Pläne f6ur den “Ernstfall” geben, aber niemand weiss, was da ausgeheckt wird. Dass so oder so immer der kleine Mann bezahlen wird und die Superreichen gut davonkommen, kann man aber mit Sicherheit sagen.

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