Wie bringen wir’s den Leuten am besten bei?
Man könnte fast lachen. Man könnte fast Schadenfreunde empfinden angesichts der kapitalistischen Ökonomen, die natürlich nichts verstehen, nichts wissen, nur im Nebel herumstochern. Wer die Politische Ökonomie von Karl Marx und Friedrich Engels nicht anerkennt, wird nie etwas verstehen, wird immer von den Ereignissen überrannt werden. So ist es bis zu einem gewissen Grad lächerlich, dass sich nun zwei Ökonomie-Schulen in Deutschland entwickelt haben. Die eine angeführt von Bofinger aus dem „Sachverständigenrat“, der offen und klar vertritt, dass alle Bankschulden von Deutschland und den anderen „stärkeren“ Ländern Europas übernommen und gezahlt werden müssen. Die anderen angeführt von Hanz-Werner Sinn, den der Bürgerjournalist schon mehrfach ‘Unsinn’ genannt hat und weiteren 170 „Ökonomen“, die vor einer Sozialisierung von Bankschulden warnen. Beide Seiten stochern mit der Stange im Nebel herum.
Gegen die These der Sinn-Fraktion, „Banken müssen scheitern dürfen“, argumentiert die Bofinger-Fraktion: „Die Forderung, dass Geldinstitute für ihre Investitionsentscheidungen haften sollen, ist ökonomisch sinnvoll und löblich. Allerdings adressiert auch das nicht die aktuellen Probleme. Vielmehr, so fürchten andere Ökonomen, könnte das erst zu einem Zusammenbruch des Bankensektors in Europa führen – mit viel weiter reichenden Verwerfungen. Siehe: der Kollaps der Investmentbank Lehman Brothers im Herbst 2008.“ (Zitat aus diesem Artikel in der „Financial Times Deutschland“ (FTD))
Es handelt sich um die gleiche Auseinandersetzung von zwei Schulen kapitalistischer Krisentheorie, die auch beim Target2-Problem bereits aufeinanderprallten. Während die Bofinger-Fraktion erklärt, Target2 würde keine Problem darstellen, denn mit einem Abflauen der Euro-Krise würden diese Ungleichgewichte sich mit der Zeit automatisch ausgleichen, vertritt die Sinn-Fraktion die Ansicht, es gäbe keinerlei ernsthafte Möglichkeit eines Abflauens der Krise, eines plötzlichen Zurückfahrens der Spekulation gegen den Euro und damit würden die Positiven und Negativen des Target2-Systems wirklich in vollem Umfang auf die „stärkeren“ Länder Europas zukommen.
Was dahintersteckt, sind poltische Unterschiede, keine ökonomischen, denn die Ökonomie ist für beide Seiten ein unlesbares Buch. Die Bofinger-Fraktion erklärt das Ende jeglicher poltischen Rücksichtnahme auf die Befindnisse der Bevölkerung. Es solle offen vertreten werden: Alles Geld aus allen Staatshaushalten muss zu 100% an die Banken gehen, denn die sind schliesslich die Herren des Kapitalismus. Demgegenüber vertritt die Sinn-Fraktion, man dürfe nicht so offen vorgehen, sondern müsse noch ein weng verstecken, dass alle Gelder an die Banken und die dahinter stehenden Superreichen gehen sollen. Man solle Ablenkungsmnöver starten, um die Bevölkerung von offenen Empörungsdemonstrationen abzuhalten.
Wie auch immer, die Richtiung ist für beide Fraktionen bereits vorgegeben: Alles Geld, aber wirklich alles, muss an die Banken, die Konzerne und die dahinter stehenden Superreichen gehen.
Machen wir diesen Hyänen einen Strich durch die Rechnung. Nun muss auf den Strassen gekämpft werden!
Gehen Sie nicht auf die Straße und lassen Sie das System zusammenbrechen. Das ist die einzige Sprache die Konsumisten verstehen. Vernunft und Leid sind untrennbar miteinander verbunden.
@ Ben,
“wären die Menschen nicht so bescheuert, würde INFORMATION ausreichen um das Blatt grundlegend zu wenden….”
Das könnte es sein! Nicht nur die Menschen sind bescheuert (desinteressiert, verwirrt), sondern auch die Informationen. Die Berichte in den Medien, die Dikussionen in den Talkshows bringen es nicht auf den Punkt. Hier in D. versteht kaum jemand, dass Staaten und Banken hoffnungslos verschuldet sind. Wie sollten wir auch: Ein Staat kann nicht pleite gehen und eine Bank ist eine Bank, die hat doch immer Geld?
Wir haben uns womöglich schon daran gewöhnt, die Katastrofe immer häppchenweise präsentiert zu bekommen – Fiskalpakt, Bankenunion, ESM usw. wird als Lösung präsentiert, aber wie kann ich daran glauben, wenn ich die Ursachen schon nicht begreife. Warten wir mal ab, was die Konjunktur im Wahljahr so macht, läuft es gut dann bleibt uns diese Regierung wohl noch eine Weile erhalten… unglaublich eigentlich..
Unsinn ist ein sehr sinniger und treffender Name!
Was auch Sinn gäbe, das wäre eine kleine Namensänderung seines Kontrahenten.
Mein Vorschlag:
Doofinger vs. Unsinn
Einfach mal diesen Artikel dazu lesen, dann wisst ihr, wieviel Steuergelder in marode Banken gesteckt wurden.
http://krisenfrei.wordpress.com/2011/10/24/lasst-banken-endlich-pleite-gehen/
Inzwischen ist es noch viiiieeel mehr.
Und jetzt soll der deutsche Steuerzahler (ESM) für alle maroden Banken in ganz Europa haften. Der deutsche Michel ist ja sooooo blöd.
Was wäre denn die Lösung, womit stochert man nicht im Nebel rum?
Der wissenschaftliche Sozialismus, die politische ökonomie, gibt auf alles eine Antwort. Im Moment sagt sie, der Kapitalismus ist längst überlebt, er hätte bereits seit einiger Zeit abgelöst werden müssen. Je länger das sich noch hinauszieht, umso schlimmer wird es f6ur das einfache Volk werden.
Eine interessante und wichtige Darstellung. Könnte es aber nicht sein, dass sowohl Kapitalismus als auch Marxismus durch ihren einseitigen Materialismus wiederum Seiten derselben Medaille sind? Ich las z.B. vor längerer Zeit ein Interview im Focus mit S. Wagenknecht mit dem sinngemäßen Inhalt: “Sie predigen Wasser und trinken Wein. Wir dagegen predigen Wein, dann aber für alle. Kommunismus bedeutet, dass alle Menschen der Welt Hummer essen können”. Wenig später machte sie einen wie ich finde wichtigen Schritt “Na, ja, dass mit dem Hummer muß ich mir nochmal überlegen – dann gibts ja bald keine mehr…”
Ich bin der Meinung, dass materialistische Doktrinen jeglicher Art nicht geeignet sind, den Menschen zu wahrer Freiheit zu führen.
Also Frau Wagenknecht ist natürlich keine Referenz. Sie hat keineswegs genug Marx und Engels studiert. Dann passieren solche Lapsus. Selbstverständlich bedeutet Sozialismus/Kommunismus, dass alle alle einen hohen Lebensstandard geniessen können, jeweils von den Umständen abhängig. Mir scheint, Sie benutzen das Wort Materialismus in einem falschen Sinne. Materialismus heisst, man glaubt an keinen Gott, sondern beschäftigt sich mit der Materie.
Wenn Sie wirklich den Gottglauben verteidigen, dann müssen Sie sich zunächst einmal ansehen, was alles im Namen Gottes verbrochen wurde.
Weil jemand in Gottes Namen Verbrechen begangen hat soll Gottglaube schlecht sein? Ist dann auch der Glaube an den Kommunismus schlecht weil sich jemand auf ihn berufen hat und dann Verbrechen beging? Wer Gott wahrnimmt hat ihn in seiner Wahrnehmung. Was er dann damit anstellt kann auch sinnvoll sein.
Ich werde mich nicht mit Ihnen hier über Gott unterhalten. Dazu wurde alles schon gesagt. Wir haben aktuelle Probleme.
Auf die Strasse gehen ?
Ob das was bringt ? Und ausserdem werden es bestimmt zu wenige sein.
Die Menschen sind manipuliert und gehirngewaschen. Viele kalte Duschen und viele kräftige Ohrfeigen wären nötig um sie vielleicht aufwecken zu können.
Oder demnächst, wenn sie endlich kapiren, dass ihre Ersparnisse weg sind.
Wären die Menschen nicht so bescheuert, würde INFORMATION ausreichen um das Blatt grundlegend zu wenden….
Aber……..
Seien Sie sicher, die menschen wachen auf. Vielleicht ein bischen spät, aber dann umso beeindruckender.