Londons Pannenspiele

Pleiten, Pech und Pannen

Eine eindrucksvolle Liste mit Pannen bei den Olympischen Spielen in London stellt die „sueddeutsche.de“ vor. Dabei sind die wesentlichen Pannen vor den Spielen noch gar nicht eingeschlossen. Es waren Flugabwehrraketen auf Londoner Wohnhäusern installiert worden, was wohl ohne Zweifel dazu dienen sollte, evtl. entführte Flugzeuge abzuschiessen – eine äusserst zweifelhafte Massnahme. Auch war eine private Firma von den Privatisierungs-Ideologen der britischen Regierung damit beauftragt worden, Sicherheitskräfte in der Grössenordnung von mehreren Zehntausend Mann zur Verfügung zu stellen. Nachdem die Firma aber nur 4000 Mann auf die Beine brachte, musste doch der Staat mit Polizisten und Soldaten eingreifen. Bis heute gibt es keine zufriedenstellende Erklärung der britischen Regierung hierfür.

 

Hier der Artikel und hier die neun weiteren „Pleiten, Pech und Pannen“, mit auffallend häufiger Beteiligung deutscher Sportler – ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt:

Nr.1:

Die deutsche Hammerwerferin Betty Heidler wurde um ein Haar um ihre Bronzemedaille gebracht. Ihr Versuch mit über 77 Metern wurde nicht registriert und sie bekam erst nach einem Protest und langen, langen Suchen nach diesem Wurf doch noch Recht.

Nr.2:

Beim Frauenfussball-Match zwischen Kolumbien und Nordkorea wurden die Namen der Nordkoreanerinnen neben der südkoreanischen Flagge gezeigt. Die Mannschaft weigerte sich zuerst anzutreten und konnte erst nach über einer Stunde und offiziellen Entschuldigungen dazu gebracht werden, zurückzukehren.

 Nr.3:

Im Badmington sind die Regularien so verquer, dass man Vorteile haben kann, wenn man Spiele verliert. Das wollten Chinesinnen und Südkoreanerinnen und zwei weitere Teams  ausnützen, wurden dann aber disqualifiziert, weil sie sichtlich versuchten ein Spiel zu verlieren.

Nr. 4:

Im Halbfinale zwischen der deutschen Degenfechterin Britta Heidemann und Shin A Lam aus Süd-Korea war schon der Sieg der Südkoreanerin verkündet worden, doch dann fand man nach einem Protest und langem hin und her das Register eines weiteren Treffers der Deutschen in der letzten Sekunde des Kampfes und die Südkoreanerin musste sich, nachdem sie eine Stunde weinend auf der Pranche gekauert hatte, mit der Bronzemedaille zufrieden geben.

Nr.5:

Im Boxen gab es eine der kuriosesten Entscheidungen der letzten Jahre: Obwohl der Azerbeidschaner Abdulhamidov insgesamt sechs Mal vom Japaner Shimizu zu Boden geschickt wurde, entschied der Ringrichter auf Punkt-Sieg des Bantamgewichtlers aus Azerbeidschan. Erst nach einem Tag von Protesten und Diskussionen wurde Shimizu doch noch zum Sieger erklärt.

Nr. 6:

Im Leichtathletik-Siebenkampf der Frauen gelang es Lili Schwarzkopf aus Deutschland, mit einem hervorragenden Lauf in der letzten Disziplin, dem 800-Meter-Lauf, ihren Rückstand gegen den zweiten und dritten Platz aufzuholen und Silber zu gewinnen. Doch sie wurde disqualifiziert. Die englischen Kampfrichter wollten auf dem Video gesehen haben, dass sie auf die Linie ihrer Bahn getreten war. Erst nach geraumer Zeit konnte geklärt werden: Der Fuss auf der Linie gehörte der Konkurrentin auf der Nebenbahn.

Nr.7:

Florett-Fechter Peter Joppich wurde ein klarer Treffer gegen den Japaner Yuki Ota nicht gegeben. Trotz Protesten musste sich der Deutsche mit Bronze zufrieden geben, während der Japaner in den Endkampf kam.

Nr.8:

Die deutsche 16-jährige Turnerin Janina Berger wurde beim Sprung klar benachteiligt. Ihre Konkurrentin Mariz Peseka aus Russland war eindeutig bei der Landung ihres Sprunges ausserhalb des Markierungsbereiches, bekam aber dafür keinen Abzug. So konnte die Russin mit 0,034 Punkten einen winzigen Vorsprung gegenüber der Deutschen erreichen und gewann Bronze, während Berger nur auf den vierten Platz gesetzt wurde.

Nr.9:

Einen besonders peinlichen Ausrutscher leistete sich die Londoner Polizei mit den Schlüsseln zum Innenraum des weltberühmten Wembley-Stadions: Sie gingen verloren. Alle Schlösser mussten ausgetauscht werden.

Zieht man in Rechnung, dass natürlich ein wesentlicher Teil der Pannen gar nicht bekannt wird, so muss man doch sagen: Die berühmte britische Zuverlässigkeit scheint keine Konjunktur mehr zu haben.

Ob es bei den berühmten Pannenfestspielen bei den Olympischen Spielen1996 in Atlanta, USA, noch mehr Pannen gegeben hat? Oder waren damals die Pannen doch bedeutender?

Na, jedenfalls kann man jetzt schon sagen: In vier Jahren bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wird man alle Pannen auf den berühmten brasilianischen Laisse-Fair-Stil schieben. Auf was kann man dann bitte die britische Pannen schieben?

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· Gelesen: 1206 · Heute: 3 · Letztmalig: 24. Mai 2013

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