Über 15% aller abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt!

Analyse zur Bundestagswahl

Als ich mir die Internetspalten an Wahlkommentaren durchsah und mich wunderte, warum fast alle das Gleiche sagen, kam mir plötzlich ein anderes Interview unter: Das des MLPD-Vorsitzenden Stefan Engel, hier:

http://www.youtube.com/watch?v=Rn_uKPxyz1E

Er stellt nämlich die Frage, ob für Merkel und die CDU/CSU dieser Sieg nicht zu einem Pyrrus-Sieg werden könnte. Denn sie hat nun die FDP verloren. Ein wesentlicher Teil des Stimmzuwachses der Union kommt eben von früheren FDP-Wählern. Dass die FDP nicht mehr in den Bundestag einzog, könnte nun zu einem Zustand führen, in dem Merkel nicht mehr unmittelbaren Zugang zu Repräsentanten des grossen Monopolkapitals und der Banken hat, die ihr ja nicht nur die Politik vorgeben, sondern auch die Erklärungsmuster: “Zu gross, um Pleite zu gehen” oder “Das ganze Welt-Finanzsystem würde zusammenbrechen”. Wer soll diese Funktion der FDP nun übernehmen? Und wie wird die FDP wieder in den Bundestag gehievt?

Und da gibt es ein anderes ernstes Problem für die Herrschenden, das mit diesem Wahlausgang zusammenhängt: Es wurden über 15 % der abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt! Das sind neben den ungültigen die vielen Millionen Stimmen für Parteien, die an der 5%-Klausel gescheitert sind.

Damit ergibt sich ein ernstes Legitimationsproblem. Das ganze parlamentaristische System ist betroffen. Wie soll man das dem Wähler beibringen, ohne dass der sich noch mehr von diesem ganzen System abwendet?

Etwas Ähnliches zeigt sich auch bei den ausgesparten Problemen: Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, die Eurokrise im besonderen, wurden völlig aus dem Wahlkampf herausgehalten bzw. so getan, als seien die schon überwunden.

Nur: Überwunden ist gar nichts, man hat lediglich Informationen zurückgehalten bis zur Wahl und Lügengeschichten erzählt, es ginge bereits generell aufwärts uns alles sei nicht so ernst gekommen, wie es manche bös Meinenden verkündet hätten.

Nur: Es ist nicht ein einziges Problem der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise gelöst und jetzt nach der Wahl kommen auch schon die ersten zurückgehaltenen Meldungen, wie zum Beispiel: ThyssenKrupp will mindestens 2.000 weitere Arbeitsplätze vernichten, Lanxess und Bayer wollen ebenfalls tausende Arbeitsplätze abbauen. Daimler-Benz plant die Fremdvergabe der Produktion verschiedener Teile und versucht, die Konzernbelegschaften untereinander zu spalten.

Der US-Bundesstaat steuert auf eine Bankrott-Erklärung zu.

Wer auch immer sich über Wirtschafts- und Finanzfragen informiert, stösst an jeder Ecke auf schwerste Probleme des Kapital-Systems.

Und dann kommt die nächste Information: Die Abgeordneten dieses neuen Bundestages wurden, wenn man auch die mitzählt, die nicht zur Wahl gingen (zusammen mit den letzten Wahlen 2009 ist das die grösste Zahl von Wahlverweigerern seit 1949), nur von 56% der Wahlberechtigten gewählt – 56%!

Auch dies ergibt ein ernstes Legitimitätsproblem. Wie will dieser Bundestag den Wählern erklären, dies sei demokratisch, wenn nur 56% Einfluss genommen haben? Da wird gern polemisiert: Selber schuld, musst Du eben zur Wahl gehen. Nur gab es eben gar nichts zu wählen!

Das bedeutet im Zusammenhang: Die herrschende Klasse auf dieser Welt, die Monopolkonzerne und –banken, haben einen heftigen Einbruch in ihrer Glaubwürdigkeit, in ihrem “demokratischen Mäntelchen” hinnehmen müssen. Immer mehr Menschen erkennen, immer mehr Menschen durchschauen das böse Spiel mit dem Wähler.

Ein extrem positiver Teil dieses Wahlergebnisses ist das fast völlige Verschwinden der Faschisten und Rechtsextremisten. Auch wenn es noch einzelne “Hochburgen” gibt, ist der Antifaschismus tief im Bewusstsein der Bevölkerung verankert.

Eine Besonderheit dieser Wahl ist das Auftauchen der neuen Partei AfD gewesen. Sie wurde von Vertretern der nicht-monopolistischen Kapitalisten gegründet und unterstützt und erhielt bei manchen Umfragen mehr als 5 % der Stimmen. Diese Kräfte sind natürlich gar nicht damit einverstanden, dass all die grossen Geldsummen der “Länderhilfen” (in Wirklichkeit “Hilfen” fürs Monopolkapital) an ihnen vorbei fliessen und sind darum auf den populären Anti-Euro-Zug gesprungen.

Das Ergebnis ist allerdings für die Herrschenden zweifach negativ: Die AfD kam nicht ins Parlament und zog ausserdem viele Stimmen von der FDP ab, die dann auch nicht ins Parlament kam.

Von “triumphalem Sieg” kann also keine Rede sein. Die Widersprüche innerhalb der Kapitalistenklasse haben sich verschärft.

Die SPD hat fast genauso wenig Stimmen bekommen wie bei den letzten Wahlen. Die beiden letzten Bundestagswahlen repräsentieren das schlechteste und das zweitschlechteste SPD-Ergebnis bei einer Bundestagswahl seit Bestehen der Bundesrepublik. Sie kann heute nicht mehr als echte Alternative zur Union angesehen werden. Die Folgen der HartzIV- und Agenda 2010-Politik haben die Chancen der SPD auf eine Unions-Herausforderung gleich Null werden lassen. Es muss ein weiteres Dahinsiechen befürchtet (oder freudig konstatiert) werden, ob man nun in die grosse Koalition einsteigt oder nicht.

Die SPD hat die Grünen mit sich gerissen. Hatte die ehemalige Umweltpartei noch vor einem Jahr in Umfragen bis zu 25% bekommen, blieb man nun bei 8,4% sitzen und hat sogar weniger Stimmen als die Linke. Das ist auch kein Wunder, denn immer mehr Menschen erkennen, mit Umweltschutz hat diese “grüne” Partei nichts mehr am Hut, ausser wenn der mehr Profit für die Konzerne bringen kann (“Einheit von Ökonomie und Ökologie”). Der Einfluss dieser Partei auf die Umweltbewegung geht glücklicherweise auch zusehends zurück und bald wird man ohne die Grünen eine wirklich mächtige Umweltbewegung erleben können.

Die Linkspartei hat zwar gegenüber der letzten Bundestagswahl geringfügig an Stimmen verloren, bekam aber weit mehr Stimmen als vorhergesagt und ist nun mit 8,6% die drittstärkste Partei im Bundestag, während man seit der letzten Bundestagswahl aus einigen Länderparlamenten herausgeflogen war. Die Krise der Partei ist offensichtlich überwunden. Nun muss man hoffen, dass sie keinerlei Schmeicheleien auf den Leim geht und sich nicht in Koalitionen einspannen lässt, sondern die Rolle der Oppositionsführung wirkungsvoll übernimmt.

Die Piratenpartei war eine Zeit lang als “Partei gegen die Linke” erfolgreich und zog mögliche Stimmen von dieser ab, aber im Endeffekt hat sie sich als lächerlich kleinbürgerlich herausgestellt und spielt keine grosse Rolle mehr.

Habe ich noch jemand vergessen? Der kann sich bei mir melden.

Zusatz vom 26.9.13:

Angesichts der Unklarheiten, die sich in einer Anzahl von Kommentaren zeigten, soll hier noch auf einen klärenden Artikel hingewiesen werden: http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/09/23/die-etablierten-bleiben-unter-sich-millionen-deutsche-mit-stimme-2-klasse/

Verwandte Artikel

· Gelesen: 20790 · Heute: 3 · Letztmalig: 27. September 2016

31 Gedanken zu “Über 15% aller abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt!

  1. simples system um trotz wahrung der 5% klausel stimmen zu retten,und kleinen parteien viel bessere startchanccen zu geben : reihe kästchen waagrecht nebeneinander. in jedes kästchen kann man andere partei eintragen. clou der sache : sind im 1sten kästchen stimmen unter 5%, so gehen sie an kästchen 2,falls da wieder unter 5% an kästchen 3 usw. usw. (dies ist nur das grundprinzip,wegen wahlrecht noch feinheiten zu beachten.—-Groko wird dagegen sein, wil dann weniger konkurrenten eliminiert werden—öffentlich sagt man jedoch zur ablehnung : es wäre ungerecht,nicht praktikabel usw. vorschlag schon an kleine parteien etc. geschickt,wird aber nicht ernst genommen–kapitalistenknecht treuhand privtisierte billig ackerland(steigt später stark im wert) und: bei verpachen hätte staat immer geld,bei verkaufen nur einmal. bei bekannten wird dies argument nicht ernstt genommen,auch bei hochintelligenten und:großgrundbesitzer kann kleine bauern arbeitslos machen,oder nur als billige lohnarbeitergibts arbeit

  2. Für echt ungültige Stimmzettel erhalten die Parteien keine als Wahlkampfkostenerstattung bezeichnetes Steuerzahlergeld.

    Für die Stimmen, die ausschließlich sie als “ungültig” bezeichnen, dagegen schon.

    • Nein, Herr Martin, das bin nicht nur ich, der sagt, diese Stimmen werden wie ungültige behandelt.

      Z.B. sagt der Kommentatator bei Heise/Telepolis genau das gleiche und natürlich auch der Vorsitzende der MLPD, auf den ich mich im Artikel beziehe.

      Die Wahlkapfkosytenerstattung hat nichts damit zu tun, denn es geht bei der Frage ob und wie die Stimmen gezählt werden, um die Frage der Legitimation des Systems.

    • Hallo David,

      das haben Sie offenbar falsch verstanden. Es wird nicht behauptet, in den Wahllokalen wären gültige Stimmen f6ur ungültig erklärt worden.

      Es geht um die über 6 Millionen gültigen Stimmen, die an Parteien unterhalb der 5%-Hürde gingen und die mit dieser Klausel für ungültig erklärt wurden.

        • Hallo Herr Ohemp,

          nein, der Titel und die Aussage ist nicht irreführend. Der Begriff, jene Stimmen wären verloren, trifft nicht genau das, was mit diesen Stimmen gemacht wird.

          Sie werden nämlich behandelt, als wären es ungültige Stimmen und das ist noch empörender als wenn sie einfach als “verlorene Stimmen” gewertet würden.

          Diese Stimmen gehen nämlich an jene Parteien, die ins Parlament gekommen sind, entprechend ihren Anteil am Ergebnis.

          Wenn Sie also zum beispiel die Piraten gewählt haben, so gehen 42 % Ihrer Stimme na die Union, 25 % na die SPD, und jeweils 8 % na Linke und Grüne.

          Das ist der grosse Skandal.

          Deshalb hätte die Union auch mit etwa 43% bereits die absolute Mehheit gehabt und nicht erst mit mehr als 50 %.
          Kurz, das ganze Wahlsystem ist eine Schande!

          • Hallo nochmal Herr Weiß,

            leider ist Ihre Interpretation der an der 5%-Hürde gescheiterten Stimmen ebenfalls irreführend. Diese werden nicht den anderen anteilig zugeschlagen, sondern haben schlichtweg gar keine Wirkung, ebenso wie die nicht eingebrachten Stimmen der Nichtwähler.
            Insofern ist das Wahlsystem in der Hinsicht ungerecht, dass es kleine Parteien benachteiligt,und es tut weh, dass so viele gültig abgegebene Stimmen damit einfach ignoriert werden.

            Schade, dass Sie nicht einsehen, Ihren irreführend formulierten Titel zu ändern, sonst hätte ich Ihren Kommentar auf http://eurowahnsinn.wordpress.com/2013/08/24/bundestagswahl-2013/ verlinkt, denn ansonsten finde ich ihn inhaltlich sehr gut.

  3. Karl, wie kommst Du auf 56%?

    Du weisst, ich kritisiere Deine Artikel nur ungern, aber bei mir sind es 59,4%.

    Union 41,5% Plus SPD 25,7% + Linke 8,6% plus Grüne 8,4% macht 84,2%.

    Faktor 0,987 Anteil gültiger Stimmen macht 83,11%.

    Faktor 0,715 für die Wahlbeteiligung macht 59,42%.

    Gerechnet mit Taschenrechner Sharp EL-531-WG.

    Also: Wie kommst Du bitte auf 56%?
    Hast Du den AfD doppelt abgezogen?
    Oder die MLPD?

    • Hallo Gabi,

      Du rechnest schon richtig, aber Du hast eins vergessen in Deiner Rechnung:

      Das sind die Stimmen für die Parteien, die an der 5%-Hürde gescheitert sind.

      Ich habe, ehrlich gesagt, das nicht nachgerechnet, da die Zahl von 56% (oder “etwa 56%”) in insgesamt vier Quellen genannt wurde.

      Schöne Grüsse aus Brasilien!

      • Nein, nein, Karl!

        Die 59,42% sind schon die im BT vertretenen Stimmen. Die Nicht-, Sonstigen- und Verkehrtwähler haben die restlichen 40,58% erzielt.

        Wenn Du gesagt hättest “Ich liege mit meinem Laptop an der Copa Cobana und nach dem dritten Piña -Cachaça treff ich die Tasten meines Taschenrechners nicht mehr”, dann hätte ich das akzeptieren können, aber sich einfach auf vier anonyme Quellen zurückzuziehen, das geht nicht, finde ich.

        Es sind ungefähr 59,42%, die im BT vertreten werden sollen und nicht “etwa 56%”. Soviel Genauigkeit erwarte ich schon von einem Bürgerjounalisten.

        Schöne Grüße aus Lüneburg!

        • Hallo Gabi aus Lüneburg,

          ja, Du hast natürlich recht, so wie Du gezählt hast, hätte eigentlich gezählt werden müssen, wenn es sich um demokratische Wahlen handeln würde. Aber das ist eben nicht der Fall, darum geht Deine Rechnung nicht auf mit den 56%.

          Was Du wahrscheinlich nicht weisst – und es ist ja auch so empörend, dass man das gar nicht wissen will – die Stimmen, die wirklich ungültig waren und jene Stimmen für Parteien, die es nicht über die 5 % – Hürde geschafft haben (dieses Mal weit mehr als 6 Millionen Stimmen) werden nicht einfach unberücksichtig gelassen, sondern sie werden den Parteien obendrauf geschlagen, die ins Parlament gekommen sind.

          Wenn Du zum Beispiel die Piraten jewählt hättest, wären 42 % Deiner Stimme an die Union gegangen, 25% Deiner Stimme an die SPD und jeweils 8% an Linke und Grüne.

          Ja, es ist fast unglaublich, aber es ist so.

          Das drückt sich nicht in den Prozentzahlen für die gewählten Parteien aus, aber in der Zahl der Abgeordneten, die eine Partei bekommt.

          Darum wäre die Union ja bei etwas mehr als 43% auf die absolute Mehrheit der Abgeordneten gekommen und nicht erst, wie es richtig wäre, mit 50% plus einer Stimme.

          Auch bei der Bayern-Wahl in der Vorwoche ist dort die CSU ja mit 48% auf die absolute Mehrheit der Abgeordneten gekommen.

          Am Ende interessiert ja die Zahl der Abgeordneten, nicht die Prozentzahl.

          Habe ich mich jetzt klar ausgedrückt?

          • Auf jeden Fall. Du meinst also, ich hätte auch direkt die CDU wählen können?

            Dann kann ich meinen Taschenrechner ja gleich verschenken!

  4. Meines Erachtens erleben wir gerade in Echtzeit ein typisches Untergangsszenario einer Hochkultur.
    Zusammen mit dem Crash der Wirtschaft und des Weltfinanzsystems werden auch die Gesellschaftssysteme zerbrechen. Durch die daraus resultierende weltweite Hungersnot droht uns ein “Mad Max” Szenario.
    Da muss die menschliche Zivilisation anscheinend durch.
    http://www.krisen-info-netzwerk.com/downloads/Was_erwartet_uns-Eine_Reise_durch_die_Zeit.pdf

  5. Klar war von Anfang an, das Merkel auf ihrem Posten bleibt. Und auch Schäuble wird wohl da bleiben wo er ist. Schließlich sind das die Strippenzieher des Szenarios das hier gerade abläuft. Diese nun auszutauschen würde das ganze Projekt um gut und gerne ein Jahr zurückwerfen und gefährden.
    Alle anderen Partein lösen sich gerade in Wohlgefallen auf. Was hat denn eine 8% Partei im Bundestag zu melden? Wohl nicht mehr als die Putzfrau! Jegliche Konkurenz ist ausgeschaltet worden. (Die SPD stellt keine da, die haben sich schon zu Schröders Zeiten verkauft). Wir steuern mit riesen schritten auf eine echte Dikdatur zu und die Deutschen merken mal wieder nichts! Dieses Land hat fertig. Insider wissen das schon lange, seit Sonntag, müsste es auch der größten Blindschleiche klar geworden sein! Merkel brauchte diese neue Amtszeit um ihr Projekt fertig zu stellen. Ihre Wiederwahl stand von Anfang an auer Frage. Ihre Partei hat die überwältigende Mehrheit und …egal wer Koalitionspartner wird um die 5 Sitze auf zu füttern, dieser wird nichts zu melden haben. Scheint auch keiner Interesse dran zu haben.
    Warum treten denn der Reihe nach nun die Politier der letzten Jahre zurück? Mit dem was jetzt kommt will später keiner seine Namen mit in Verbuíndung gebracht bekommen. Denn wenn die Rasur der deutschen bis dato noch indirekt ablief, wird sie es ab sofort direkt tun. Und das wird häßlich. Glaubt denn ernsthaft jemand, das Merkel und Co. dieser Tage in Berlin sitzen und wochenlang(!)(das muss man sich mal auf der Zunge zegehen lassen) Koalitionsverhandlungen führen?
    Darf ich mal lachen? Die sitzen derzeit wohl ehr mit ihren Obrigkeiten zusammen und in Brüssel und bereiten das Vorgehen der kommenden Monate vor, welches den ahnungslosen Michel dann wieder treffen wird wie einen Blitz.
    Die Mehrheit der Menschen glaubt wohl, das die kommenden 4 Jahre in etwa so ablaufen wie die vergangenen 4-. Tja, nur, wenn es immer nur bergab geht ist der Boden irgendwann mal erreicht und dies dauert keine 4 Jahre mehr. Das dauert selbst bei der jetzigen Rumeierei vielleicht noch 2-3 Jahre. Sollten sich die Umstände verschärfen (wovon ich ausgehe) dauert es vielleicht noch 1-1,5 Jahre.

  6. Wieso sind die Faschisten verschwunden? Faschismus ist – kurz gesagt- die Verschmelzung des Staates mit dem Finanzkapital. Haben wir in D. nicht?
    Immer mehr werden in D. kritische Stimmen ( von den Herrschenden ) in die rechte Ecke gestellt, immer mehr wird die Demokratie abgebaut (Schlaf – und Schlachtschafe finden das i. O.), immer mehr werden Menschen ausgebeutet und entrechtet, immer heftiger wird den Banken das private und Volksvermögen zugeschoben. Und gern beteiligt man sich an Kriegen. Der Faschismus ist in vollem Gange!

    • Hallo Kurt,

      ja, es gibt eine Menge von Faschisierung – und das nicht nur in Deutschland.

      Trotzdem darf man (noch) nicht von Faschismus als Staatssystem in Deutschland reden, denn der Faschismus ist noch einmal 10 Mal so schlimm. In D gibt es immer noch das “demokratische Mäntelchen”, mit dem die tatsächlichen Machtverhältnisse verschleiert werden.

      Der Faschismus dagegen ist die OFFENE Diktatur des Monopolkapitals. Das beinhaltet zum beispiel, dass alle, die abweichende Meinungen vorbringen, gefangen, getötet, gefoltert oder eingeschüchtert werden.
      Also korrekte Bezeichnungen verwenden!

      • Und das von Ihnen Definierte passiert in D.nicht? Ich glaube, daß die Besatzungsmächte der einzige Grund sind, daß der F. hier noch nicht wieder in voller Blüte aufleben kann (lt. SHAEF-Gesetze müßte eigentlich entnazifiziert werden, jedoch wird lustig das Erbe fortgeführt). Ganz schlimm war sicher das verbrecherische 3. Reich, ein Faschismus der brutalsten Art. Das ist wahrlich kein Maßstab. . Haben Sie schon ‘mal mitgekriegt, wie brutal eine unschuldige Familie samt Kinder in ihrem Haus auf den Boden gezwungen wurde, hinter ihnen Vermummte mit Maschinenpistolen? (man suchte einen kriminellen Sohn, der allerdings nicht im Haus war). Mag sein, daß es erst die Anfänge sind, jedoch ist der Weg und das Ziel erkennbar.Unter Hitler fing es auch ganz harmlos an. ( Ihre Klammersetzung habe ich aufmerksam registriert und damit die Relativierung zustimmend verstanden)..

        • Ja, ich weiss sehr wohl, dass in D täglich Schlimmes passiert und der Abstand zum Faschismus immer kleiner wird.

          Trotzdem ist es weiterhin ein Unterschied, ob sie in Ihrer Wohnung überfallen und drangsaliert werden oder ob sie in den Folterkellern des Regimes verschwinden.

          Nein, Hitler fing nicht harmlos an. Innerhalb der ersten drei Monate seiner Herrschaft waren bereits fast alle Kommunisten im KZ, die sich nicht rechtzeitig abgesetzt hatten.

          Also ich plädiere weiterhin dafür, die Unterschiede nicht zu verwischen.

    • Der Mann ist von der MLPD, die haben immer noch ihre alten Feindbilder im Hinterkopf und werden sie auch immer behalten – Ideolgien sind eben so! Merkel und ihre Auftraggeber wollen ein globalfaschistischen, zentralistischen Schuldenstaat aufbauen! Die linken Kräfte sehen so etwas nicht – wenn sie Wörter wie Internationalismus hören, sind sie absolut seelig und zufrieden – dann gibt es nichts mehr zu hinterfragen!

      • Hallo Tuko,

        also ich Weiss nicht, wohwer Sie Ihre Weisheiten nehmen, aber das scheint ein Haufen zu sein, der extrem ideologisch ausgerichtet ist.

        Es gibt keinen Globalfaschismus und kann ihn nicht geben.

        Faschismus ist eben dadurch definiert, dass es sich um die Monopolkapitalisten EINES Landes oder der Koalition einiger weniger L¨¨ander handelt, und dadurch, dass Faschismus immer Kriege hervorbringt.

  7. Genau diese Befürchting hatte ich schon vor der Wahl ,das viele Stimmzettel ungüldig gemacht werden um zu verhintern das gefürchtete neu Parteien in den Bundestag kommen . Das ist Wahlbetrug und es muß Neuwahlen geben die durch neutrale Wahlbeobachter betreut wird .Es ist doch schon auffällig wenn eine Partei vor der Wahl mit 10% lag ,bei der Wahl dann nur auf 4,9 %abschneidet. Heute kann man doch jeden mit Geld kaufen . Allso neu Wahlen !!! B.M.

    • Já, diese über 15% der agbgegebenen Stimmen werden einfach nicht gezählt, so als ob sie ungültig wären. Darum die Aussage “für ungültig erklärt”.

      übrigens werden alle Stimmen für Parteien, die nicht im Bundestag vertreten sind, anteilmässig auf die dort vertretenen verteilt. Ein Skandal erster Ordnungsklasse!

      Darum hätte die Union, wenn sie 43% erreicht hätte, bereits die absolute Mehrheit erreicht gehabt.

      Das ganze Wahlsystem ist ein Skandal.

  8. Bitte,
    lieber Karl Weiss,
    bei den Fakten bleiben!
    688.428 von 44.289.652 Stimmen sind 1,55437…Prozent!
    Daß diese Auszählung etwas mehr als 1,5 % ergeben müßte, hatte ich bereits im Kopf überschlagen, der Taschenrechner hat die genaue Zahl ergeben.
    Diese Headline ist geradezu prädestiniert, eine Revolution zu erzeugen, sie turnt bereits durch´s Netz.
    Bei aller Skepsis und allem Unmut über das Wahlergebnis muß ich mich doch “leider” an das >Vorläufige Ergebnis derBundestagswahl 2013< halten, das man sehr einfach finden kann auf
    http://www.bundeswahlleiter.de.

    Alles Liebe, Gute und Schöne
    Gamanda

    • Hallo Gamanda,

      da haben Sie etwas falsch verstanden.

      Es geht hier nicht um die “ungültigen Stimmen”, also jene, die ein grosses Kreuz auf den Wahlzettel gemacht haben oder Kommentare daraufgeschrieben haben oder versehentlich zwei Parteien gewählt haben, es geht hier um jene Stimmen für Parteien, die an der 5%-Hürde gescheitert sind. Das sind über 6 Millionen Stimmen, die nicht gezählt wurden oder “für ungültig erklärt” wurden.

  9. Herr Weiss, Sie sprechen mir aus dem Herzen.
    Danke für Ihren sehr sachlichen und informativen Artikel zur Situation in der Bananenrepublik und ihrer Umwelt !
    Hoffentlich werden ihn viele Bürger lesen, nachdenken und dann danach entscheiden !
    Gruß
    Karl Martell

  10. Es ist die Rede von 56% der Wahlberechtigten die überhaupt zur Wahl gingen.
    Andrerseits wurden aber – wie genannt – 15 % der abgegebenen Stimmen für ungültig erklärt,
    sei es daß fehlerhaft oder absichtlich seitens des Wählers ODER seitens der Auszähler gehandelt wurde.
    !5 % von 56% sind aber auch wieder 8,4 % aller Wahlberechtigten. Folglich haben also nur 47,6% derer zum Wahlergebnis beigetragen. Und das ist nur dann korrekt wenn die Bewertung bei den o.g. 15 % “Ungültigen” im Sinne von “ungültig” korrekt war und es auch sonst keine falsche Stimmenzuordnung gab.
    Bei jeder üblichen Qualitätskontrolle im produzierenden Gewerbe müßten zuvörderst also die 15 % “Ungültigen” überprüft werden, und zwar von Unabhängigen. Und schon drängt sich die wichtige Frage auf: “Sind die überhaupt zertifiziert (nach DIN ISO), oder barucht man das erst ab Papierrecycling aufwärts?

    • Haben Sie da etwas falsch verstanden?

      Es geht nicht darum, dass Wahlhelfer etwa gültige Stimmen für ungültig erklärt haben.

      Es geht darum, dass das Wahlsystem mit der 5%-Klausel eine riesige Anzahl von Stimmen (in diesem Fall mehr als 6 Millionen) einfach ignoriert, weil jene Partei nicht über die 5%-Hürde gekommen ist.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

kostenloser Counter