Phänomenale Lügen

“Spiegel” phantasiert über einen Boom in Deutschland

 Im verzweifelten Versuch, die Bundesdeutschen über die tatsächliche wirtschaftliche Lage Deutschlansds hinweg zu täuschen, faselt der Spiegel etwas von einem “heimlichen Boom” und “Überhitzungserscheinungen”, hier:

 http://www.spiegel.de/wirtschaft/henrik-mueller-ueber-zweifel-an-bip-statistik-und-einen-heimlichen-boom-a-945642.html#js-article-comments-box-pager .

 

Da hilft die Sammlung von Statistischen Daten im Blog “Querschüsse”, hier:

http://www.querschuesse.de/deutschland-phanomenaler-boom/

 um auf solche Meinungsmache nicht hereinzufallen.

Hier eine Anzahl von statistischen Daten, die deutlich machen: Die deutsche Wirtschaft steckt in einer Stagnation:

“Das ausstehende Kreditvolumen des Privatsektors (private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen der Realwirtschaft) bei den deutschen MFIs, in Prozent zum Vorjahresmonat, seit September 1998 bis November 2013 im Chart. Im November 2013 sank das ausstehende Kreditvolumen um -4,7% bzw. um -123,4 Mrd. Euro zum Vorjahresmonat, auf 2,5024 Billionen Euro.”

Und jetzt die Einzelhandels-Umsätze:

„Die Entwicklung der saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsätze seit Januar 1955 bis November 2013 (Index 2010=100) im Chart. Bis Dezember 1990 für die alten Bundesländer, ab Januar 1991 für ganz Deutschland. Seit über zwei Jahrzehnten geht es nicht mehr aufwärts, während in der alten Bundesrepublik die realen Einzelhandelsumsätze über Jahrzehnte dynamisch anstiegen, ist im wiedervereinigten Deutschland und als Mitglied der Eurozone bestenfalls pure Stagnation angesagt.“

Nun die Pkw-Neuzulassungen:

„Die Entwicklung der PKW-Neuzulassungen seit Januar 1963 bis Dezember 2013 im Chart. Im Gesamtjahr 2013 sanken die PKW-Neuzulassungen um -4,2% zum Vorjahr, auf 2,952431 Millionen PKW. Das Jahr 2013 war das schwächste Jahr bei den PKW-Neuzulassungen seit 1989! Auch bei den PKW-Neuzulassungen ist Deutschland seit über 2 Jahrzehnten kein Wachstumsmarkt mehr.“

Und das Gastgewerbe:

„Wie schwach die Entwicklung bereits in den letzten Jahren verlief, verdeutlicht der Langfristchart. Zum saisonbereinigten Hoch im August 1994 mit 156,2 Indexpunkten brach der reale Umsatz im Gastgewerbe bis November 2013 um -35,1% ein!“

Das Mehrwertsteuer-Aufkommen:

„Die Entwicklung des preisbereinigten Binnen-Umsatzsteuer-aufkommens (Mehrwertsteuer), um den offiziellen VPI bereinigt 2010=100, seit Januar 1999 bis November 2013 im Chart. Seit Jahren tut sich bei den Staatseinnahmen aus der Mehrwertsteuer wenig, was tendenziell für eine schwächliche Binnennachfrage steht. In den ersten 11 Monaten 2013 stieg das reale Umsatzssteueraufkommen um +1,96% zum Vorjahreszeitraum, zuletzt im November 2013 ging es um -1,53% zum Vorjahresmonat abwärts.“

Jetzt die Beschäftigtenzahl:

„Die Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit in Deutschland seit 1992 bis 2012 im Chart und die letzten Daten für Monat Oktober 2013. Zuletzt im Oktober 2013 waren 22,228900 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Vollzeit (…). Im Jahr 1992 waren es noch 25,807 Millionen(…).“

Und die geleisteten Arbeitsstunden:

„Die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden aller Erwerbstätigen ist kein Burner, denn nur um +0,16% zum Vorjahr stieg die Gesamtzahl aller geleisteten Arbeitsstunden auf 58,068 Mrd. Arbeitsstunden, aber selbst 1970, nur in der alten Bundesrepublik waren es bereits 52,285 Mrd. Arbeitsstunden und 1991 in Gesamtdeutschland 60,082 Mrd. geleisteteten Arbeitsstunden.“

Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland:

Die Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Vollzeit in Deutschland seit 1992 bis 2012 im Chart und die letzten Daten für Monat Oktober 2013. Zuletzt im Oktober 2013 waren 22,228900 Millionen sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Vollzeit (…). Im Jahr 1992 waren es noch 25,807 Millionen (…).

Nun die Reallöhne:

„Die Entwicklung der Reallöhne als Index (Nominallöhne/VerbraucherPreisindex 2010=100) seit Q1 1991 bis Q3 2013 laut der Datenreihe von Destatis im Chart. In Q3 2013 sank der Reallohnindex um -0,3% zum Vorjahresquartal auf 96,5 Indexpunkte, nach 103,6 Indexpunkten im Vorquartal und nach 96,8 Indexpunkten im Vorjahresquartal.“

Und so geht es weiter im Artikel, mit weiteren Statistiken, die entweder klare Rückgänge, Stagnation oder vernachlässigbares Mini-Wachstum aufweisen.

Die einzigen, die in Deutschland beachtliche Wachstumsraten vorweisen können, sind die Grosskonzerne und Banken und Superreichen. Das sind wohl die einzigen, die für den „Spiegel“ zählen.

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· Gelesen: 12929 · Heute: 4 · Letztmalig: 26. September 2016

9 Gedanken zu “Phänomenale Lügen

  1. Vorletzter Absatz des MM/SPON-Artikels:

    “Nur mal angenommen, es gäbe so etwas wie eine ideale Regierung, die makroökonomisch rational handelt. Was würden die tun? Ganz einfach: Sie würde jetzt die Steuern erhöhen. Und zwar insbesondere auf Unternehmensgewinne und Vermögenserträge. Denn die profitieren besonders von diesem heimlichen Boom: 2014 sollen diese Einkunftsarten der Kieler Prognose zufolge um fast zehn Prozent zulegen, die Arbeitseinkommen steigen nur halb so stark.”

    Immer schön den Text zuende lesen: Aufgeklärte Manager fordern höhere Unternehmenssteuern.

    Gnadenloses Abschöpfen aller Extraprofite. Das ist doch total sozial und antikapitalistisch.

    Danke MM/SPON!

  2. Ich vermute ja mal, dass der SPON wieder mal zu faul zum vernünftigen kontrollieren war. Die gem. Managermagazin ausgewiesene sehr hohe Steigerung des BIP dürfte tatsächlich so eintreten.
    Allerdings nicht weils DE so gut geht, sondern weil die Statistik nach int. Standarts angepasst wurde/wird. Das Managermagazin ist einfach nur der 1. Laden der danach rechnet.

    Das muss nicht die Begründung sein, ist für mich aber aktuell das naheliegenste.

  3. Den Spiegel lese ich schon lange nicht mehr,
    die Aufflage soll ja auf 900.000 gefallen sein…….immer weniger bezahlen noch f. die Lugen……….

  4. Hallo!
    Wir haben auf der Arbeit in unser 30 min Pause mal gerechnet vor 2 Jahren da kamen wir auf max. 25 million Menschen die dieses System tragen! Quatsch, Blödsinn, HAHAHA! Vonwegen Leute macht doch endlich die Augen auf.

  5. Ja im Lügen sind die gut, alles Lügen, wie auch der erfundene Facharbeitermangel.
    Diesen Mangel gibt es nicht in der BRD, und da wo es offene Stellen gibt sind die Probleme haus gemacht.
    Ich bin Facharbeiter und finde keinen Job, meine Tochter ist Kinderpflegerin, findet ebenfalls keine freie Stelle.
    Alles was man uns sagt, sagt man um uns ruhig zu halten, also hört auf zu vertrauen, wacht auf und seht das alles viel schlimmer ist als man es sich vorstellen kann.

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